Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg – Aktuelle Stromerzeugung in Echtzeit

Die Zukunft der Energie ist nachhaltig und erneuerbar. Bis 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral – im Volksmund klimaneutral genannt – werden. Noch ist dieses Ziel nicht erreicht. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung steigt jedoch täglich. Im Jahr 2024 lag er bundesweit bereits bei etwa 60 %. Aus welchen Quellen der Strom stammt, der in Baden-Württemberg erzeugt wird, das zeigt die folgende Grafik.

Stand: 20:15 Uhr, 03.04.2025   Quelle: ENTSO-E

Die Abbildung veranschaulicht die in Baden-Württemberg erzeugte Strommenge im zeitlichen Verlauf, unterschieden nach den Erzeugungsarten – sowohl aus regenerativen als auch konventionellen Energiequellen.

Diese Stromerzeugung wird in Megawatt (MW) angegeben. Je nach Tages- und Jahreszeit schwankt sie in der Regel zwischen 4.000 und 10.000 MW. Die Farben in der Grafik kennzeichnen den jeweiligen Anteil der Erzeugungsarten an der Gesamterzeugung.

Der Stromverbrauch kann in Baden-Württemberg nicht zu jeder Tageszeit mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden. Das ist in unserem Strom-Widgets „Aktuelle Livedaten der Erneuerbaren“ gut zu sehen. Es zeigt den aktuellen Stromverbrauch sowie den theoretisch möglichen Anteil jeder Energiequelle in Echtzeit.

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Aktuell verfügt das „Ländle“ noch über zu wenig Windkraftanlagen. Auf der anderen Seite ist der Photovoltaikausbau sehr fortgeschritten, sodass an sonnigen Tagen von März bis Oktober sehr viel PV-Strom ins Stromnetz fließt. Manchmal deckt die Solarstromproduktion zwischen 10 und 16 Uhr in Netzgebiet Baden-Württembergs sogar über 100 % des Stromverbrauchs.

Dieser „Überschuss“ an erneuerbaren Energien ist in der Anwendung „Aktuelle Livedaten der Erneuerbaren“ zu sehen. Der zu viel produzierte Strom aus Erneuerbaren kann entweder in Stromnetze der Nachbarländer exportiert oder in Batteriespeichern gespeichert werden. Alternativ wird auch abgeregelt.

Vergleichswerte zur Stromerzeugung in Baden-Württemberg:

Stromverbrauch
in Baden-Württemberg

2023; Vorjahreswerte 2022 in Klammern 1, 2

  • Bruttostromverbrauch pro Jahr in BW 62,4 (66,7) TWh
  • Bruttostromerzeugung pro Jahr in BW 37,1 (53,9) TWh

Anteile an der Bruttostromerzeugung
in Baden-Württemberg

2023; Vorjahreswerte 2022 in Klammern 3

  • Steinkohle: 9,36 TWh (17,23 TWh)
  • Kernenergie: 1,94 TWh (11,14 TWh)
  • Solar: 6,46 TWh (6,55 TWh)
  • Biomasse: 4,45 TWh (4,91 TWh)
  • Laufwasserkraft & Speicherwasser: 4,49 TWh (3,84 TWh)
  • Erdgas: 4,02 TWh (3,94 TWh)
  • Windkraft: 3,88 TWh (3,02 TWh)
  • Sonstige fossile Energieträger: 2,30 TWh (3,03 TWh)

Wie viel Strom wird in Baden-Württemberg aktuell verbraucht und erzeugt?

Im Jahr 2023 – aktuellere Zahlen liegen Stand April 2025 noch nicht vor – betrug die Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg 37,1 TWh. Das entspricht einem Rückgang von 31 % im Vergleich zum Vorjahr (53,9 TWh). Gründe hierfür sind die Stilllegung des Kernkraftwerks Neckarwestheim 2 und der deutlichen Rückgang der Steinkohleverstromung.

Die Stromerzeugung aus Kernenergie sank um 83 % auf 1,9 TWh (2022: 11,14 TWh). Auch die Steinkohleverstromung fiel um 46 % von 17,2 TWh auf 9,4 TWh. Erdgas konnte seinen Anteil bei etwa 4 TWh halten.

Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien nahm 2023 deutlich zu und erreichte einen Anteil von 19,5 TWh. Biomasse sank leicht auf 4,5 TWh (2022: 4,9 TWh), die Wasserkraft stieg auf 4,5 TWh (2022: 3,8 TWh).

Der Bruttostromverbrauch in Baden-Württemberg lag 2023 bei 62,4 TWh und sank erneut im Vergleich zum Vorjahr (66,7 TWh). Da die eigene Stromerzeugung deutlich zurückging, stiegen die Nettostrombezüge aus anderen Bundesländern und dem Ausland im Vergleich zu 2022 um 80 % auf 25,3 TWh. Das zeigt, wie wichtig Maßnahmen zur Energieeinsparung durch Verbesserung der Energieeffizienz sind.

Warum schwankt die Stromproduktion mit erneuerbarer Energie in Baden-Württemberg?

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien in Baden-Württemberg unterliegt starken Schwankungen – bedingt durch wechselnde Wetterlagen und jahreszeitlich variierende Sonneneinstrahlung. Vor allem bei der Solarenergie spielen Jahres- und Tageszeiten eine wichtige Rolle. Lesen Sie hier mehr, wie Sie Ihren Stromverbrauch an die aktuelle Erzeugung Erneuerbarer Energien anpassen können.

Je nach Einfallswinkel der Sonnenstrahlen produzieren Photovoltaikanlagen unterschiedlich viel Strom. Faktoren wir die Ausrichtung der Solarpanels, der Standorts sowie die Bewölkung beeinflussen die Leistung maßgeblich. Bei bedecktem Himmel erreicht deutlich weniger Sonnenenergie die Erdoberfläche. Zudem produzieren Solaranlagen nachts keinen Strom.

Trotzdem weist Baden-Württemberg im Bundesvergleich eine hohe Sonneneinstrahlung auf:

  • Südliches Breisgau: 1.200 kWh/m2 jährlich
  • Schleswig-Holstein: ca. 950 kWh/m2 jährlich
  • Württemberg: ca. 1.100 kWh/m2 jährlich

Auch die Stromerzeugung durch Windkraft hängt stark von der Witterung und den Temperaturunterschieden ab. Wind entsteht durch das Ausgleichen von Luftdruckunterschieden. Kalte Luftmassen strömen zu wärmeren Gebieten, wodurch Luftbewegung entsteht. Je größer der Temperaturunterschied, desto stärker der Wind und desto mehr Energie erzeugen Windkraftanlagen.

Aus all diesen Einflussfaktoren lässt sich ableiten: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg ist an einem windigen und sehr sonnigen Sommertag mittags am höchsten. Bei einer so genannten Dunkelflaute – dichte Bewölkung in Kombination mit Windstille – ist die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen am niedrigsten.

Hoher Anteil von Photovoltaik und Wasserkraft an erneuerbarer Stromerzeugung in Baden-Württemberg

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion in Baden-Württemberg wächst seit Jahren. Auffällig ist der hohe Anteil von Photovoltaik und Wasserkraft, während Windkraft im Südwesten eher eine kleine Rolle spielt.

Das zeigt: Die natürlichen Bedingungen in Baden-Württemberg zur Erzeugung von erneuerbarem Strom unterscheiden sich stark von denen im windreihen Norden. Während in Schleswig-Holstein die Windkraft eine zentrale Rolle spielt, bietet das sonnenreiche Baden-Württemberg ideale Voraussetzungen für Solarmodule.

Auch bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft profitiert Baden-Württemberg von den geographischen Gegebenheiten. Laufwasserkraftwerke am Neckar, Pumpspeicherkraftwerke (z. B. die Schluchseewerke) sowie Kraftwerke an Talsperren im Schwarzwald tragen maßgeblich zur Stromerzeugung in Baden-Württemberg bei. 2023 stammten rund 12 % des Stroms aus Wasserkraft – mehr als 3 x so viel wie der Bundesdurchschnitt von etwas 4 % 4.

Was bedeutet die Erzeugung und Nutzung von Strom aus Biogas für das Klima?

Biogas kann nahezu klimaneutral genutzt werden, weshalb der erhöhte Einsatz dieses Energieträgers wünschenswert ist. Der Einsatz von Biogas ist klimaneutral. Es entsteht durch das Vergären biogener Reststoffe wie Pflanzen, die Klimagas CO2 aus der Atmosphäre absorbiert haben. Das bedeutet: Bei der Verbrennung von Biogas aus pflanzlichen Reststoffen entsteht nur so viel CO2, wie die Pflanzen vorher gebunden haben.

Der Einsatz von Biogas ist eine Alternative zu fossilen Energieträgern. Denn das in der Biomasse eingelagerte CO2 würde, wenn die Pflanzen verrotten, in jedem Falle wieder in die Atmosphäre abgegeben werden. Nur wenn Biomasse wie Holz im Bau oder als Möbel verwendet wird, bleibt das CO2 dauerhaft gebunden.

Die Stromerzeugung aus Biogas von pflanzlichen Reststoffen oder auch tierischen Abfällen, verzeichnet aktuell den höchsten Zuwachs. Einige Rohstoffe wie Mais oder Getreide werden zum Teil speziell für diesen Zweck angebaut. Bakterien zersetzen die Biomasse und erzeugen dabei Biogas mit einem Methangehalt zwischen 50 und 75 %. Rund 5 % Methan entweichen ungenutzt in die Atmosphäre. Das gewonnene Biogas wird in Blockheizkraftwerken in Wärme und Strom umgewandelt.

Perspektiven für eine klimafreundliche Energiezukunft in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg verfolgt ambitioniertere Ziele als der Bund im Bereich der erneuerbaren Energien. Im Jahr 2023 stammt bereits über die Hälfte des in Baden-Württemberg erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien. Bis 2050 will das Land 80 % des gesamten Endenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen decken, inklusive Wärme und Mobilität. Geplant ist eine Klimaneutralität bis 2040.

Diese Vorhaben erfordern eine umfassende Umstellung Sektoren. Die Zahlen aus der letzten Zeit zeigen aber eine klare Richtung: Erneuerbare Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung und übernehmen zunehmend eine führende Rolle.


Belege

  1. Stromerzeugung in Baden-Württemberg 2023 um 31 % gesunken – Statistisches Landesamt Baden-Württemberg ↩︎
  2. Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2022 ↩︎
  3. Stromerzeugung in Baden-Württemberg 2023 um 31 % gesunken – Statistisches Landesamt Baden-Württemberg ↩︎
  4. Grafiken – Agentur für erneuerbare Energien ↩︎